Eine meiner Lieblingstätigkeiten ist es mit Jugendlichen zu arbeiten, sowohl im Einzelcoaching als auch im Team.

Was passiert da eigentlich und was hat Teambuilding mit Coaching zu tun?

Eines vorneweg: Das hat nichts mit PSYCHOTHERAPIE zu tun – es dient dem Teamgeist, der gemeinsamen Ausrichtung auf ein Ziel hin und der individuellen mentalen Stärkung.

Anhand der Bilder erkläre ich, was ich mache, was mir wichtig ist und wie ich das mache…

Ankommen und miteinander einsteigen…

Was ist eigentlich unser Mannschaftsziel und was ist mein persönliches Ziel?

Was brauche ich von euch- was brauchen wir voneinander, um diese Ziele erreichen zu können?

Was bin ich bereit dafür einzubringen, worauf könnt ihr euch alle verlassen?

Weitere wichtige Fragen z.B. sind:

Wie gehe ich / gehen wir mit Niederlagen um? Was heißt für mich/für uns „Fehler“ machen? Was „feiern“ wir und wie lernen wir miteinander? Wie unterstützen wir uns?

Was brauche ich / brauchen wir von unseren Trainer*innen und umgekehrt?

Was gilt hier bei uns?

Vertrauen aufbauen, einen Raum schaffen, in dem sich jeder/jede zeigen kann.

Mutig sein und sich vor die Gruppe stellen, eigene Bedürfnisse und Gefühle äußern…

Ich bin hier eine Sparringpartnerin, die aktiv zuhört, nachfragt, jeden / jede zu Antworten auffordert, ohne zu überfordern – eben individuell. Jede/Jeder braucht in diesem Moment unterschiedliche Fragen/Interventionen.

Keine/n zu früh vom Häkchen lassen – über eine kleine innere Grenze zu gehen, das ist mir wichtig und es gelingt immer.

Auch junge Menschen haben schon feste Glaubenssätze verinnerlicht: Ich kann das nicht, weil… ich versuche mal, aber da kommt nie was bei raus, weil… genau das lerne ich nie, weil… Meine Erfahrung ist, dass Jugendliche sehr gut spüren und wissen, was worauf es für sie selbst und auch das Team ankommt. Es braucht eben an so einem gemeinsamen Tag Zeit und Raum, das zu erleben und zu besprechen.

Im Tun, im gemeinsamen Erleben werden Stärken sichtbar, es können mutige Schritte gegangen werden, ausprobieren ist angesagt, üben, nicht zu verurteilen, wenn etwas schief geht, wie ist es, wenn ich  doch mal Verantwortung übernehme, Ideen einbringe, wie fühlt sich das an und wie reagieren die anderen darauf?

Strategiewechsel sind jetzt not-wendig

Es spricht nichts gegen Absprachen und einen Plan – und wenn er nicht zum Gelingen beiträgt, dann ist das nicht schlimm, es hilft uns zu lernen, flexibel zu sein, Neues auszuprobieren und sich zutrauen, es besser machen zu können.

Jetzt kommt der Frust – es gelingt einfach nicht!

Und jetzt? Hier setze ich Interventionen sehr bewusst ein – ein Team soll sich nach der Erfahrung der Niederlage wieder als handlungsfähig und „erfolgreich“ erleben können – gestärkt aus dem Tag herausgehen.

Aber eben nicht nur das Team, sondern jede/jeder einzelne auch.

In einer Gesellschaft, in der alle von der „Fehlerkultur“ sprechen, erleben Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag häufig genau das Gegenteil: Sie müssen funktionieren, sonst bekommen sie „schlechte“ Be – WERT- ungen. Ausprobieren und lernen scheint viel zu lange zu dauern, alles muss schnell gehen…

Ich erlebe junge Menschen als sehr bewusst und mit großer Sehnsucht danach gesehen und angenommen zu werden, so wie sie sind. Das klingt erst einmal trivial, ist es aber nicht. Es liegt ein sehr großer Er-Wart-ungsdruck auf ihnen, dem sie nicht gerecht werden können oder wollen. Auch nicht in der Freizeit. Gelingen, Erfolg und das Erreichen von Zielen hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht auf „noch mehr anstrengen und trainieren/üben“ reduzieren. Das Umfeld darf immer wieder Signale setzen, die bestärken und die zeigen, ich glaube an dich und du musst nicht „perfekt“ sein, du bist schon so in „Ordnung“ wie du bist. Das ist ein guter Nährboden, um mutige Schritte gehen zu können, ohne Angst, etwas falsch zu machen… um dann über sich hinauszuwachsen.

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